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Großer Profit beim Handball ist ein Problem

6. September 2026

​​ Der August ist durch. Und wie jeden Monat habe ich mir angeschaut, was wirklich passiert ist — nicht nur, was unter dem Strich steht.

Vorweg: der Monat war gut. Aber die interessanten Erkenntnisse stecken selten im Gesamtergebnis. Sie stecken darin, wo das Geld herkam und wo es hingegangen ist.

Profit: +€6.441 bei €105.445 Einsatz Yield: +6,1% über 236 Wetten Trefferquote: 62,5% — 148 von 236 Ø Quote:1,88 · Ø Einsatz: €447 Ø CLV: +7,58% über 139 Wetten mit Closing-Daten Max Drawdown: −€7.794 Kein gleichmäßiger Anstieg, sondern zwei ausgeprägte Einbrüche und eine starke Schlussphase.

Die Zahl, an der ich am längsten hängengeblieben bin, ist nicht der Profit. Es ist der Drawdown: −€7.794. Der größte Einbruch im Monat war größer als der Gewinn, mit dem ich ihn beendet habe.

Das ist keine Katastrophe. Aber es ist eine Erinnerung daran, wie ein profitabler Lauf aussehen kann — nämlich zwischendurch wie ein ziemlich schlechter.

Handball trägt den MonatWenn ich nur eine Zahl aus diesem August mitnehmen dürfte, dann diese: Handball allein hat mehr Profit gebracht als der gesamte Monat unter dem Strich zeigt.

58 Wetten. 86,2% Trefferquote. +€8.309 bei €15.215 Einsatz. Ein Yield von 54,6% und ein durchschnittlicher CLV von 24,7%.

Das ist nicht nur ein gutes Monatsergebnis für diesen Sport. Das ist ein Ausreißer nach oben, und ich sage das ganz bewusst — bei 58 Wetten würde ich mich hüten, das als neue Normalität zu verkaufen. Aber der CLV stützt es: fast 25% im Schnitt bedeutet, dass ich systematisch bessere Preise bekommen habe als der Markt am Ende für fair hielt. Das ist kein Glück, das ist Vorsprung.

Die Einsatzspalte ist hier die interessanteste. Der unbequeme TeilJetzt schau dir die Einsatzspalte noch einmal an. Handball ist meine stärkste Sportart — und bekommt mit €15.215 gerade einmal 14% meines Volumens. Fußball und Basketball zusammen bekommen 77% des Einsatzes und liefern dafür unter dem Strich ein Minus von rund €3.400.

Auf dem Papier ist das ein Fehler. In der Praxis ist es eine Marktbedingung. Handballmärkte sind klein. Die Limits sind niedrig, teilweise deutlich unter dem, was ich platzieren möchte. Bei einem Zweitliga-Handballspiel bekomme ich oft nur wenige hundert Euro unter — bei einem Basketballspiel mit großem Markt ein Vielfaches davon. Ich kann nicht einfach beschließen, mehr in Handball zu setzen. Der Markt lässt es nicht zu.

Das ist übrigens genau die Kehrseite dessen, worüber ich vor zwei Wochen geschrieben habe: die Nischen, in denen der Value liegt, sind Nischen, weil kaum jemand hinschaut. Und weil kaum jemand hinschaut, ist auch wenig Geld drin. Der Vorteil und die Begrenzung sind dieselbe Sache.

Was ich daraus mitnehme, ist trotzdem konkret: Basketball ist mit €35.665 Einsatz und −10,9% Yield mein größter Kostenpunkt in diesem Monat gewesen. Der CLV liegt dort dennoch bei +3,1% — zwar deutlich unter meinem Schnitt, aber dennoch hervorragend. Das ist normale Varianz. Ich bin sicher, dass die Basketball-Saison, die nun im September starten wird, hervorragend wird. Und der August hat das schon gezeigt. Nicht anhand des Ergebnisses, aber anhand des CLV.

Die Wette, über die ich schon geschrieben habeVor zwei Wochen habe ich hier von Dessau-Rosslau in Hamm erzählt — DHB-Pokal, erste Runde, ein Spiel, das der Buchmacher aus meiner Sicht falsch eingepreist hatte.

Jetzt steht sie in der Auswertung als beste CLV-Wette des Monats: im Schnitt gespielt zu 2,80, faire Schlussquote 1,40. Das sind +100% CLV. Ich habe den doppelten Preis dessen bekommen, was der Markt am Ende für richtig hielt.

Gewonnen hat sie auch. Aber das ist fast der unwichtigere Teil. Quote gegen faire Schlussquote, sortiert nach CLV. Denn wenn du dir diese Liste anschaust, siehst du etwas, das ich hier immer wieder sage — diesmal nicht als Behauptung, sondern als Daten: Draxl/Harper mit +57% CLV: verloren. Oberhausen gegen Lotte mit +39,4% CLV und €923 Einsatz: verloren. Frankreich gegen Slowenien mit +34,7% CLV: verloren.

Drei der acht besten Entscheidungen des Monats haben Geld gekostet. Das macht sie nicht zu schlechten Entscheidungen.

Genau dafür schaue ich mir CLV an. Über 236 Wetten kann eine Trefferquote mich anlügen. Ein durchschnittlicher CLV von 7,58% über 139 Wetten mit Closing-Daten kann das deutlich schlechter — er sagt mir, dass ich den Markt in 55% der Fälle geschlagen habe, unabhängig davon, wie die Spiele ausgegangen sind.

Und die letzten 20 Wetten des Monats liefen mit −25% Yield und 40% Trefferquote. Zwölf Verluste in Folge waren dabei. Dazu muss ich aber auch sagen, dass in meinem Tool teilweise zwei oder auch drei gleiche Wetten auf ein Spiel einzeln aufgeführt werden. In Summe wäre es aber eine Wette. Aber ohne den Blick auf CLV wäre das eine Phase, in der man anfängt, an allem zu zweifeln und Dinge zu ändern, die nicht kaputt sind.

Nächste Woche geht es weiter mit dem, was mir aus dieser Auswertung am meisten im Kopf geblieben ist: warum hohes Volumen bei dünnem Edge gefährlicher ist als niedriges Volumen bei gar keinem.

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