Der Saisonstart läuft seit ein paar Wochen. Und er hat mich direkt an etwas erinnert das ich eigentlich schon weiß — aber das man immer wieder neu erleben muss um es wirklich zu verstehen.
Guter Prozess bedeutet nicht automatisch gutes Ergebnis. Zumindest nicht kurzfristig.
Ich hatte in den ersten Wochen dieser Saison mehrere Wetten mit über 10% Closing Line Value (CLV). Wetten also wo der Markt mir klar bestätigt hat: du hast einen besseren Preis bekommen als der faire Wert ist.
Die Mehrheit davon ist nicht gekommen. Das ist Varianz. Nicht mehr, nicht weniger. Und trotzdem ist es unangenehm — weil man genau weiß dass die Entscheidung richtig war, und das Ergebnis einem etwas anderes sagt.
CLV am Saisonstart ist nicht dasselbe wie CLV in Spielwoche 20. Ich habe das letzte Woche schon angedeutet — und meine ersten Wochen dieser Saison haben es nochmal bestätigt. Der Markt ist in der Startphase weniger effizient. Weniger Sharp-Geld, weniger Daten, weniger Routine der Buchmacher mit neuen Konstellationen, neuen Trainern, neuen Transfers.
Das bedeutet zweierlei. Erstens: ein positiver CLV bedeutet am Saisonstart vielleicht etwas mehr als Mitte der Saison — weil ich einen Informationsvorsprung hatte den der Markt noch nicht aufgeholt hatte.
Zweitens: ein negativer CLV muss hier weniger bedeuten als sonst — weil die Closing Line selbst noch ungenauer ist. Sie spiegelt nicht immer den echten fairen Wert wider, weil zu wenig effizientes Geld geflossen ist.
Das WM-Thema von vor ein paar Wochen — ob Closing Lines bei Turnieren wirklich akkurat sind — gilt hier genauso. Nur mit anderem Vorzeichen.
Ein konkretes Beispiel aus dieser Woche. Ich habe folgende Wette gespielt: Duisburg in der 3. Liga, Draw No Bet zur Quote 2,10 gegen Verl. Die Wette ist gekommen.
Aber was mich wirklich interessiert ist nicht das Ergebnis — sondern die Schlusslinie. Die lag bei 1,61.
Jetzt kommt der Schritt den die meisten überspringen: die Buchmacher-Marge herausrechnen. Denn die Schlusslinie eines normalen Buchmachers ist nicht der faire Wert — sie enthält noch die Marge des Anbieters. Rechnet man die raus, kommt man auf eine faire Schlussquote von etwa 1,66.
Meine gespielte Quote: 2,10. Faire Schlussquote: 1,66. Das ergibt einen CLV von 26,5%. Das ist außergewöhnlich. Und es zeigt warum es so wichtig ist nicht nur zu schauen ob eine Wette gewonnen hat — sondern ob man wirklich einen besseren Preis hatte als der Markt am Ende für fair hielt.
Eine Wette mit 26,5% CLV kann trotzdem verlieren. Aber über hunderte solcher Wetten wird der Edge sichtbar.
Und genau hier liegt das Problem für die meisten. Diese Berechnung — Schlusslinie finden, Marge herausrechnen, CLV berechnen, über alle Wetten tracken — ist mühsam. In Excel fehleranfällig. Und so unangenehm dass man es schlicht nicht konsequent macht.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Jahre lang hatte ich diese Daten irgendwo verstreut, nie vollständig, nie so aufbereitet dass ich wirklich Erkenntnisse daraus ziehen konnte.
Deswegen habe ich was gebaut. Ein Tool das genau das übernimmt. Wetten eingeben, Schlusslinie wird automatisch gezogen, Marge wird herausgerechnet, CLV wird berechnet und über Zeit getrackt. Kein Excel, kein manuelles Nachschlagen, kein Raten.
Ich bin näher am Launch als je zuvor. In den nächsten Wochen werde ich ersten Zugang vergeben.
Wer dabei sein will: du liest bereits den richtigen Newsletter. Ich werde dich hier weiter informieren.
Nächste Woche schreibe ich darüber warum ich bestimmte Märkte und Ligen komplett ignoriere — und was Fokus mit langfristigem Edge zu tun hat.